74 | Kultur Mittwoch 18. April 2018

orchester recreation graz

Höchst romantisch

Giedre Slekyte dirigierte Schumann und Mendelssohn.

Die besten Momente beim recreation-Abend im Stefaniensaal ereigneten sich in der zweiten Konzerthälfte, im Larghetto von Schumanns Symphonie Nr. 1, der „Frühlingssymphonie“. Das wunderbar unstete Wogen zwischen Laut und Leise, das Giedre Slekyte und das Orchester hier erzeugten, zog dem Hörer den Boden unter den Füßen weg.

Es blieb eine feine Episode an einem Abend, an dem die litauische Maestra vor allem die handfest-zünftige Seite der deutschen Hoch- und Höchstromantik in den Vordergrund stellte. Die Rüpeltänze von Felix Mendelssohns „Sommernachtstraum“ liegen der Dirigentin besser als deren Elfenreigen. Selbst die süße Schlummerstunde des Notturno hüllte sie in ein rohseidenes Klangkleidchen.

Kräftig und mit Freude an satten Orchesterfarben tönte der Rest der „Frühlingssymphonie“, wobei der mit großer, klarer Gestik dirigierenden Slekyte die Schlusssteigerung des Kopfsatzes besonders gut gelang. Martin Gasser

Giedre Slekyte aus Litauen KMETITSCH