32 | Graz Samstag 17. März 2018

Radwege in der Mandellstraße: Das soll im Rahmen des „mobility lab“ getestet werden

INSTITUT FÜR STÄDTEBAU/TU GRAZ, FISCHER/STADT GRAZ

Bei der Mobilität wird ab sofort experimentiert

Bund, Land, Stadt, TU Graz und Holding heben das „mobility lab“ aus der Taufe. Ein Experimentierfeld für innovative Mobilitätsideen.

Von Gerald Winter-Pölsler

Stehen bleiben gilt nicht. Deswegen wird Graz zum Labor in Sachen innovative Mobilität. Ideen sollen gesammelt, geprüft und dann auch auf der Straße ausprobiert werden. Das ist der Sinn hinter dem neuen „mobility lab“.

Das Labor ist ein Gemeinschaftsprojekt von Bund, Land Steiermark, Stadt Graz sowie der Technischen Universität und der Holding Graz, bei der die Fäden zusammenlaufen.

Wollte man ein Bild für den Schulterschluss suchen, es wäre folgendes: Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) präsentiert das Labor gemeinsam mit Verkehrslandesrat Anton Lang (SPÖ), Bürgermeister Siegfried Nagl (ÖVP), Vize Mario Eustacchio (FPÖ) und Verkehrsstadträtin Elke Kahr (KPÖ). Drei Ebenen, vier politische Fraktionen - ein Anliegen: die „täglichen Verkehrsströme des motorisierten Verkehrs zu verringern“. Das ist das Ziel des „mobility lab“.

Was nötig ist, um das Ziel zu erreichen, ist schon länger klar: den öffentlichen Verkehr ausbauen, eine bessere Infrastruktur für Radfahrer und Fußgänger schaffen. Die Umsetzung fehlt allerdings oder klappt nur sehr schleppend.

Das „mobility lab“, das auf vier Jahre mit zwei Millionen Euro finanziert ist, soll das beschleunigen. Konkrete Projekte sollen zeitlich begrenzt einfach getestet werden. „Man kann nicht alles nur am Reißbrett entwerfen und am Computer simulieren, sondern muss es ausprobieren“, so TU-Rektor Harald Kainz. Eine Idee, die er mit sich herumträgt, ist eine Radweg-Verbindung zwischen der Alten und Neuen Technik bei den Inffeldgründen (Bild).

Ein Projekt ist bereits beschlossen: „Sowas“, ein Logistikprojekt, wird beim neuen Brauquartier in Puntigam erprobt. Es ist eine Art überdimensionaler Briefkasten, den sowohl Privatpersonen als auch Logistikdienstleister nutzen können. Das Ziel: Zustell- und Abholwege zu reduzieren.

Zum Startschuss des „mobility lab“ gibt es auch etwas zu gewinnen. Die Stadt ruft zur Mobilitäts-Challenge: Bis Ende August kann jeder eine Idee in Sachen Mobilitätsverhalten und City-Logistik einreichen. Infos unter www.mobility-lab.at.

Bei seinem Graz-Besuch hat Minister Hofer noch eine andere gute Nachricht: „Wir werden mithelfen“, sagt er und meint den Straßenbahnausbau um rund 120 Millionen Euro. Das Land beteiligt sich ja mit einem Drittel für Reininghaus, Smart City und Herrengassenentlastung. So konkret will Hofer aber noch nicht werden. Bei einem „runden Tisch“ sollen Details geklärt werden.

Der Verkehr ist beim Klimaschutz eine besondere Herausforderung.

Norbert Hofer, Verkehrsminister FPÖ