70 | Kultur Mittwoch 14. Februar 2018

RECREATION

Wagemutig im Wettstreit

Raritäten prägten das Konzert von Recreation.

Ein Gymnastikprogramm für eine Woche - so erschien, gemessen an nur einem Konzert, das Bewegungspensum der Marie Jacquot. Nicht zum ersten Mal vor dem Orchester recreation stehend, hatte sich die in Würzburg tätige 27-jährige Pariserin ein nicht alltägliches Programm erkoren: Antonio Salieri und Alfred Schnittke hieß das gegensätzliche Paar.

Im Klavierkonzert des Letzteren formte Markus Schirmer, souverän und brillant, strukturell Heterogenes zur Einheit. Was sich musikalisch da so alles abspielte, war plausibel. Im Verein mit der Dirigentin und dem vorzüglich disponierten Orchester darf das Wagnis als gelungen gelten.

Für „Moz-Art à la Haydn“ orientiert sich Schnittke hörbar an der Violinstimme einer verschollenen „Faschingspantomime“ des Salzburgers und „sichtbar“ an Haydns „Abschiedssymphonie“. Wie von ihm gefordert, begannen die Streicher in völliger Dunkelheit zu spielen und gingen in dieser auch so ab.

Der schwungvoll und spritzig dargebotenen „Linzer Sinfonie“ von Mozart stand Salieris zopfig wirkende „Sinfonia in D“ gegenüber. Walther Neumann

Brachte Heterogenes zur Einheit: Markus Schirmer KMETITSCH