62 | Kultur Mittwoch 25. Oktober 2017

Recreationbarock

Flötistin Dorothee Oberlinger RB/ROSS

Spaziergang im englischen Herbst

Flinke Flöten beehrten recreationBAROCK.

Konzipiert als Promenade durch ein vernebeltes London, erklangen auf dem Weg, den recreationBAROCK am Dienstag einschlug, vorwiegend britische Komponisten - gespickt mit italienischem Flair. Der „eingekaufte Engländer“ Händel machte den Anfang, wobei den Musikern vor allem in seinem Concerto grosso in D lebhafte, dynamische Kontraste gelangen. Die Geigen traten als homogener Klangkörper auf, aus dem sich etwa im Largo fein konturierte Einzelstimmen herauslösten. Mit einer Handvoll Blockflöten übernahm Dorothee Oberlinger nicht nur die Führung des Ensembles, sondern auch manche virtuose Solopartie. Technisch raffiniert, dabei eigenständig in der Darstellung, spielte die deutsche Flötistin sich durch flotte Tänze von Geminiani und Vivaldi. Im „Ground“ von Gottfried Finger fand sie zu weichem Ausdruck, abgestimmt auf die fundierten, tiefen Saiten der Begleitstimmen. Für die Zugabe von Woodcock und eine Sonate von William Williams war Marita Gehrer die Flötenverstärkung. Agil und gleichwertig turtelten die Blockflöten so miteinander, dass man sich wie von zwei munteren Amseln verabschiedet fühlte. Katharina Hogrefe